01.08.2019

Noblesse, Hagenbach/Landau

Strategischer Partner übernimmt renommierten Türenhersteller Noblesse KG

  • Sanierungsexperte Matthias Krämer als Generalbevollmächtiger und Dr. Michael Burkert als Sachwalter sichern mit der übertragenden Sanierung alle Arbeitsplätze der Noblesse.
  • Restrukturierung des Unternehmens durch die Eigenverwaltung ist damit bereits knapp drei Monate nach Antragsstellung erfolgreich.
  • Gläubigerausschuss stimmt der übertragenden Sanierung unmittelbar nach Verfahrenseröffnung am 1. August zu.

Hagenbach, 01.08.2019  Die im westfälischen Unna ansässige H. Hüttenbrauck Türen GmbH übernimmt mit allen 85 Arbeitsplätzen den renommierten Türenhersteller Noblesse KG aus Hagenbach bei Landau in der Pfalz. Einen entsprechenden Kaufvertrag haben die Verantwortlichen beider Unternehmen unterzeichnet. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Die Noblesse KG befindet sich seit der Antragstellung auf Eröffnung einer Insolvenz in Eigenverwaltung im Mai dieses Jahres in einem Restrukturierungsprozess, der nun seinen erfolgreichen Abschluss findet. Das grenzüberschreitend tätige Unternehmen mit Standort in Hagenbach und Betriebsstätte im französischen Niederlauterbach hatte zwar erfreulich gute Auftragsbücher, war aber neben struktureller Probleme in finanziellen Schwierigkeiten, die zum damaligen Zeitpunkt nicht nachhaltig gelöst werden konnten.

Das Amtsgericht Landau in der Pfalz hat am 1. August 2019 das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Bereits wenige Stunden nach dem Gerichtsbeschluss haben Generalbevollmächtigter Matthias Krämer und Sachwalter Dr. Michael Burkert die Mitglieder des vom Gericht eingesetzten Gläubigerausschusses zu einer Sitzung geladen, in der auch der übertragenden Sanierung des Geschäftsbetriebs zum 1. August 2019 einstimmig zugestimmt wurde.

Die H. Hüttenbrauck Türen GmbH übernimmt den Standort Hagenbach und alle 85 Beschäftigte der Noblesse. „Wir freuen uns, dass wir innerhalb von weniger als drei Monaten eine für alle Beteiligten gute Lösung für Noblesse und die Beschäftigten finden konnten“, sagt Sanierungsexperte Matthias Krämer, Rechtsanwalt der Sozietät Wellensiek, der seit Anfang Mai als Generalbevollmächtigter bei Noblesse tätig ist. Gemeinsam mit dem vorläufigen Sachwalter Dr. Michael Burkert koordinierte er die Restrukturierung sowie den von der enomyc GmbH betreuten strukturierten Investorenprozess.

„Voraussetzung für diesen Erfolg war es, dass wir unmittelbar nach Anordnung der vorläufigen Eigenverwaltung den Geschäftsbetrieb stabil halten und wegen der guten Auftragslage sogar auf Zweischichtbetrieb umstellen konnten“, ergänzt der nun nach Eröffnung des Verfahrens als Sachwalter bestellte Dr. Michael Burkert.

Während der intensiven Restrukturierungsphase lag das Sanierungsteam, zu dem auch Wolfgang Löschner und Dr. Alexander Wiesmüller von der auf kaufmännische und operative Betriebsführung in Sondersituationen spezialisierten Equity Holding GmbH & Co. KG, Frankfurt und Mailand, gehören, bei allen Maßnahmen voll im Plan, zum Teil sogar über den Erwartungen. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisteten mit Engagement und Einsatz einen erheblichen Beitrag zum Gelingen der Restrukturierung. Das hat Vertrauen geschaffen, sowohl bei den Geschäftspartnern als auch bei den potenziellen Investoren.

Der im Interesse der Gläubigergesamtheit eingesetzte Gläubigerausschuss zeigte sich ebenfalls beeindruckt von dem Zusammenwirken von Eigenverwaltung und Sachwalter: „Die Restrukturierer Krämer und Dr. Burkert haben insbesondere im Hinblick auf die Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs unter äußerst schwierigen Umständen einen professionellen Job gemacht und einen Investorenprozess eingeleitet, an dessen Ende eine für alle Beteiligten sehr gute Lösung gefunden werden konnte.“

Eigenverwaltung und Sachwalter stehen nicht zum ersten Mal gemeinsam Seite an Seite. Beide Sanierungsexperten haben in der Vergangenheit in unterschiedlichen Funktionen zahlreiche Sanierungsfälle begleitet und sind sich sicher, dass Noblesse im Verbund mit dem strategischen Partner eine „gesunde und gesicherte Zukunft vor sich hat“, so Generalbevollmächtigter Matthias Krämer.

Hintergrund

Die Verantwortlichen der Noblesse KG hatten Anfang Mai 2019 beim zuständigen Amtsgericht Landau in der Pfalz einen Antrag auf Anordnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung eingereicht. Das Gericht ist dem Antrag gefolgt und hat mit Beschluss vom 7. Mai 2019 die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Für die Restrukturierung hat das Unternehmen den Sanierungsexperten Matthias Krämer zum Generalbevollmächtigten berufen. Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Dr. Michael Burkert aus Bad Kötzting. Das Sanierungsteam führte unter Verantwortung des Generalbevollmächtigten Matthias Krämer nach intensiven Verhandlungen mit den Geschäftspartnern den Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fort und setzte einen Investorenprozess auf, an dessen erfolgreichem Ende nun die Übernahme durch den strategischen Investor Hüttenbrauck steht.

Der Türenhersteller Noblesse KG mit Sitz in Hagenbach bei Landau in der Pfalz wurde vor mehr als 45 Jahren gegründet und bietet eine breite Modellpalette mit einer Vielzahl an Design-Variationen. Kunden erhalten so die Möglichkeit, eine persönlich gestaltete Haustür zu wählen. Die Türen sind von hoher Qualität und garantieren eine energieschonende Wärmedämmung mit allerbesten Sicherheitslösungen. Aufgrund ihrer Bauweise genießen die Produkte vor allem in Passivhäusern mit niedrigen Energiewerten einen ausgezeichneten Ruf. Das Unternehmen erwirtschaftete zuletzt mit 85 Beschäftigten einen Jahresumsatz von rund 11 Millionen Euro. Es hat volle Auftragsbücher, musste allerdings seine Finanzierung anpassen. Mehr Informationen: www.noblesse.de

Sanierungsexperte Matthias Krämer ist Rechtsanwalt der bundesweit tätigen Sozietät Wellensiek in Frankfurt. Der sanierungserfahrene Rechtsanwalt verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Bewältigung von Krisen national und international tätiger Unternehmen und Unternehmensgruppen. Seine Kernkompetenz liegt in der Sanierungs- und Restrukturierungsberatung. Weitere Schwerpunkte sind die Beratung der Organe von Gesellschaften und Treuhandlösungen für mittelständische und große Unternehmen. Mehr Informationen: www.wellensiek.com

Rechtsanwalt Dr. Michael Burkert hat als Insolvenzverwalter und Sachwalter diverse Sanierungsverfahren nationaler und internationaler Unternehmen sowie von Firmengruppen in unterschiedlichen Funktionen begleitet. Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Insolvenz- und Sachwalter liegt auf osteuropäischen Märkten (insbesondere Russland, Tschechien und Polen). Darüber hinaus verfügt Dr. Burkert über ausgewiesene Expertise im Bankensektor. Seine Berufserfahrung hat er in mehreren internationalen Kanzleien in Moskau, London und Frankfurt gesammelt. Sitz seiner Kanzlei ist im oberpfälzischen Bad Kötzting. Mehr Informationen: www.kanzleiburkert.de

 

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