- Tobias Hoefer zum Insolvenzverwalter bestellt
- Investorenprozess in vollem Gang – großes Interesse an Übernahme
- Hoefer rechnet in den kommenden Wochen mit konkreten Ergebnissen
Bürstadt/Mannheim, 2. September 2010 – Das Amtsgericht Darmstadt hat zum 1. September 2010 das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Energiepark Bürstadt GmbH & Co. Biogas KG eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Tobias Hoefer von der Mannheimer Kanzlei Hack | Hoefer bestellt. Er war bereits als vorläufiger Insolvenzverwalter im Unternehmen tätig.
Hoefer betont, dass die Suche nach einem neuen Eigentümer für den Energiepark auch nach der Eröffnung des Verfahrens unverändert weitergehe. Der Investorenprozess im geordneten Bieterverfahren laufe nach Plan. „Alle Interessenten haben die gleichen Unterlagen erhalten. Derzeit können sie sich nun vor Ort ein Bild von der Anlage machen und dann ihr Angebot abgeben“, sagt der Insolvenzverwalter. „Das Interesse an einer Übernahme des Energieparks ist hoch.“ Er sehe deshalb Chancen, dass eine Sanierung und Fortführung des Energieparks gelingen könnten. Der Insolvenzverwalter rechnet in den kommenden Wochen mit konkreten Ergebnissen.
Hoefer hatte das Bieterverfahren eingeleitet, nachdem die ausführliche Analyse des unabhängigen Steinbeis-Institutes ergeben hatte, dass die Anlagen des Energieparks Bürstadt fortführungsfähig und -würdig sind und sie unter Berücksichtigung der Bestimmungen des Regierungspräsidiums Darmstadt wiederangefahren werden können. Experten der Steinbeis-Stiftung haben außerdem festgestellt, dass entgegen anfänglichen Verdachtsmomenten der Staatsanwaltschaft bei einer Untersuchung der labortechnische Nachweis des Überleitens von Flüssigkeiten von der Speisereste- in die Nawaro-Anlage nicht geführt werden konnte. Das hessische Landeslabor kam zu einem gleichlautenden Ergebnis.
Die Geschäftsführung der Energiepark Bürstadt GmbH & Co. Biogas KG hatte am
04. Mai 2010 wegen Zahlungsunfähigkeit beim Amtsgericht Darmstadt Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.
Weitere Informationen:
Der Energiepark im südhessischen Bürstadt besteht aus zwei voneinander unabhängigen Biogasanlagen, eine für die Verarbeitung von nachwachsenden Rohstoffen sowie eine Anlage für die Verwertung von Biomasse verschiedenster Herkunft. In die Anlage für nachwachsende Rohstoffe liefern Landwirte aus einem Umkreis von fünf Kilometern jährlich 18.000 Tonnen Mais- und Grassilage. In der Biomasse-Anlage werden 18.000 Tonnen Reste aus Großküchen und Kantinen, aber auch überlagerte und nicht mehr verkaufbare Lebensmittel und Milchprodukte verarbeitet. Mit dieser fortschrittlichen Technologie können bis zu 18 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert werden. Das deckt den jährlichen Strombedarf aller Privathaushalte einer 16.000-Einwohner-Stadt.
Die zwei Biogasanlagen im Energiepark Bürstadt schließen das Inputmaterial mit einem neuartigen technischen Verfahren auf, das hier erstmals großtechnisch umgesetzt wurde. Hoher Druck und hohe Temperaturen zerlegen das Ausgangsmaterial in seine Grundbausteine. Sie werden von den Mikroorganismen direkt und schnell verwertet. Sie bauen innerhalb von 10 Tagen das organische Ausgangsmaterial zu über 90 % zu Biogas ab. Ohne diesen technischen Prozess dauert der Vorgang gewöhnlich 60 bis 90 Tage, wobei nur 60 % der Organik in Biogas umgewandelt wird. Die durch den Gärungsprozess entstehenden Gase werden in zwei Blockheizkraftwerken (BHKW) zur Stromgewinnung genutzt.
Der Mannheimer Rechtsanwalt Tobias Hoefer ist ausschließlich als Insolvenzverwalter tätig. Er wird von vielen Gerichten immer wieder zum Insolvenzverwalter bestellt und konnte in zahlreichen Verfahren – zu denen auch viele kleinere und mittlere Betriebe zählen – eine Unternehmensfortführung erreichen. Zu seinen bekanntesten Verfahren und Sanierungen zählen der Dienstleistungsspezialist ComBase, der Felgenhersteller ATS und der Automobilzulieferer AKsys. Hoefer ist Senior Partner der auf Insolvenzverwaltungen spezialisierten Kanzlei Hack | Hoefer. Für die Kanzlei, die 1987 gegründet wurde, sind bundesweit an sieben Standorten über 90 Mitarbeiter und Rechtsanwälte tätig.
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